Heinz Volk,  München
FvB-Reise 2010 – Malaysia und Singapur – ein besonderes Erlebnis!


Unterwegs in Malaysia     Rundgang durch Singapur   (Fotoalbum mit je 30 Bildern von J. Reibnitz)

Vom 21.04. bis 02.05.10 fand nach drei Jahren wieder eine FvB-Reise statt. Leider musste, durch den Vulkanausbruch auf Island bedingt, die Reise etwas gekürzt werden. Wir konnten von Glück sagen, dass wir insgesamt nur auf eine Tagesetappe und eine Stadtrundfahrt mit Brauereiführung verzichten mussten.



    So starteten wir dann statt am Mittwoch erst am Donnerstag, den 22.04.10, spät abends von Frankfurt mit Direktflug nach der Hauptstadt von Malaysia, Kuala Lumpur (kurz KL). Nach elfstündigem Flug kamen wir dort um ca. 16 Uhr an. Bis wir mit allem Gepäck endlich im Bus saßen, war der Tag soweit fortgeschritten, dass wir vor Eintritt der Dunkelheit nur noch die neue Verwaltungshauptstadt Putrajaya, KL vorgelagert, besichtigen konnten. Diese wurde vor ca. fünfzehn Jahren völlig neu errichtet mit pracht- und prunkvollen Bauten, wie z.B. dem Regierungsgebäude und der großen Moschee (Bilder).
    Malaysia, dank Erdölvorkommen und anderer Rohstoffe, bspw. Palmöl und Zinn, kein gerade armer Staat, repräsentiert sich hier entsprechend! Das Land selbst besteht neben unzähligen eher kleineren Inseln aus zwei größeren Teilen, West- und Ost-Malaysia, getrennt durch das Südchinesische Meer. Unsere Reiseziele waren West-Malaysia, auf dem südlichen Teil der malaiischen Halbinsel gelegen, und der vorgelagerte Inselstaat Singapur (Ost-Malaysia ist ein Teil des Nordens der Insel Borneo).
    Malaysia hat ca. 28 Mill. Einwohner, davon gut 50% Malaien, ca. 25% Chinesen, der Rest Inder und andere Nationalitäten, 80% der Einwohner leben im Westteil. Das Land ist eine parlamentarische Wahlmonarchie im Britischen Commonwealth. Das Staatsoberhaupt ist ein König, der aus einem Kreis von neun Sultanen für jeweils fünf Jahre gewählt wird. Die Staatsreligion ist der Islam, jedoch in einer eher milden Form.
    Unser weiteres Programm sah, neben einem eintägigen Besuch der alten Hafenstadt Malakka (jetzt Melaka), eine Rundreise vor. Diese ging von KL aus, das selbst nur gut 150 Jahre alt ist und ca. 1,8 Mill. Einwohner hat, nach Norden, dann weiter zur Ostküste und in zwei weiteren Tagesetappen meist entlang dieser Küste bis zum Endpunkt im Süden, dem Stadtstaat Singapur. Die größere Stadtrundfahrt in KL fiel leider dem o. g. Vulkanausbruch zum Opfer, sodass nur noch so nebenbei kleinere Bereiche der Stadt besichtigt werden konnten. Auch die Etappe in den höher gelegenen Cameron-Highlands mit ihren Teeplantagen musste – leider ersatzlos – gestrichen werden.
    Bereits am ersten Abend stimmte uns eine folkloristische Veranstaltung auf das Land ein. Auch der Blick aus dem Hotelfenster auf die Petronas Twin Towers, dem Wahrzeichen von KL, war einmalig (Bild). Ein erster Höhepunkt der Reise war der Besuch der ca. 100 km südlich von KL gelegenen Stadt Malakka, durch die „Straße von Malakka“ in Seefahrerkreisen z. B. bestens bekannt. Hier gibt es Spuren verschiedener europäischer und asiatischer Kulturen. Bauwerke, vor allem Kirchen, aus der portugiesischen, holländischen und englischen Kolonialzeit sind genauso anzutreffen wie Moscheen mit Gräbern und eine ca. 6000 Grabsteine umfassende weitläufige chinesische, viele Jahrhunderte alte Begräbnisstätte. Bei einer Bootsfahrt auf einem Kanal erschloss sich eine weitere Seite dieses einmaligen Stadtensembles und der „Dutch Square“ versetzt einen nach Holland (Bilder).
    Den nächsten Tag starteten wir in KL mit kurzem Blick auf den Königspalast mit seiner imposanten Grünanlage (Bilder) und anschließendem Besuch des „Freiheitsplatzes“ im Zentrum mit beeindruckenden Bauten im mauretanischen Stil in nächster Umgebung. Auch an der Firma Royal Selangor, die Zinn (einer der Hauptexportgüter des Landes) verarbeitet, kamen wir noch vorbei, Einkauf inklusive (Bilder).
    Bevor wir die Rundreise starteten, zog eine riesige, golden leuchtende Statue unsere Blicke auf sich. Hierbei handelt es sich um die mit 42 m Höhe weltweit größte „Murugan-Statue“ (Hindu-Gottheit) (Bild). Zum Hindu-Tempel in den „Batu Caves“ (Felsenhöhle) führen 272 Stufen, deren Erklimmung sich allemal lohnte. Neben einer phantastischen Aussicht auf die Silhouette von KL boten die auf den Gitterstäben der Umgrenzung herumturnenden Affen eine willkommene Abwechslung, Gibraltar lässt grüßen!
    Weiter ging es dann Richtung Insel Penang im NW des Landes mit der Stadt Georgetown, mit einem Stopp bei der prachtvollen Ubudiah-Moschee mit Friedhof (Bilder), bis wir gegen Abend bei einem Gewitter das Ziel erreichten. Am nächsten Vormittag besichtigten wir zuerst einige aus der englischen Kolonialzeit stammende, noch gut erhaltene Bauwerke und besuchten eine auf Pfählen auf das Wasser hinausgebaute Fischersiedlung (Bilder). Sehenswert auch das bekannteste und größte Clanhouse der Insel, Khoo Kongsi. Dieses diente früher, bevor es verlassen wurde, als Tempel und Treffpunkt für die Angehörigen der jeweiligen Familienclans. Erwähnenswert ist noch der Schlangentempel, wo sich Mutige von uns mit zahmen Schlangen drapieren und fotografieren ließen. Ein Besuch in einer Batik-Fabrik mit Verkauf und des Botanischen Gartens (imposant die Früchte des Kanonenkugelbaumes) rundeten den Besuch ab, bevor es im Laufe des Nachmittags etwas Freizeit im Hotel am Pool gab (der angrenzende Strand ist wegen Verschmutzung kaum zum Baden geeignet).
     Am nächsten Tag ging es durch grünen Regenwald auf den hügeligen “East-West-Highway“ in den NO des Landes, nach Kota Bharu, das wir erst gegen Abend erreichten. Auf der Fahrt legten wir einen Stopp in einer Ferienanlage (Belum Rainforest Resort) mit großem Seengebiet und auf einer Passhöhe in ca. 1200 m Höhe ein und waren mehr als überrascht, als plötzlich nach einer Kurve ein hier wild lebender Elefant ruhig neben der Straße graste (Bilder).
    Der Bereich von Kota Bharu ist in Malaysia am strengsten islamisch, so herrscht z.B. Alkoholverbot in normalen Lokalen. Am nächsten Morgen stand der Besuch eines Batik-Verkaufs, eines Silberwarenladens und der zentralen Markthalle auf dem Programm. Das außerordentlich reichliche Angebot an Naturalien ist hier ebenso typisch wie die Tischtennisbällen zum Verwechseln ähnlichen Schildkröteneier.
    Der Weg zum Bus führte uns noch am prachtvollen Sultanspalast vorbei (Bilder), bevor die erste lange Etappe Richtung Süden begann. Mit einer kurzen Rast an einem herrlichen Strand am Südchinesischen Meer (Bilder) erreichten wir am späten Nachmittag – noch an einer riesigen Petro-Anlage vorbei (Bilder) – die nächste Station, eine Hotelanlage außerhalb der Stadt Kuantan. Wer wollte, konnte vor Einbruch der Dunkelheit noch ein Bad im Meer nehmen, denn viel mehr außer Essen war an diesem Abend einfach nicht mehr drin.

    Am nächsten Tag ging es direkt weiter auf die letzte lange Busetappe, dem ersehnten Endziel Singapur entgegen! Nur durch zwei kürzere Stopps unterbrochen, erreichten wir, durch hügelige Landschaften mit Palmplantagen in den verschiedenen Wachstumsstufen, den Grenzübergang. Als wir dann so gegen 16 Uhr im Hotel untergekommen waren, begann, wie schön, der ruhigere Teil der Reise, Busfahren erst mal passé! Dafür konnte man, durch die zentrale Lage des Hotels, nach Lust und Laune zu Fuß ausschwärmen, denn Ziele gibt es genug! Eines davon war das „Paulaner-Brauhaus“, wo man sich an die in Singapur üblichen, auch durch Steuern bedingten, relativ hohen Bierpreise erst gewöhnen musste.


    
Am nächsten Morgen dann endlich die erste Brauereibesichtigung, und zwar bei der berühmten Tiger-Brauerei. Bei der Führung wurde uns die Geschichte anschaulich (Museum, Ausstellungsstücke, Schautafeln) dargestellt. Anschließend konnten wir im gemütlichen Bräustüberl die verschiedenen Biersorten verkosten (siehe „Foto-Rundgang durch Singapur“). Überrascht waren wir auch, dass hier einige uns gut bekannte Biersorten, wie z. B. Erdinger, Guinness und Kilkenny in Lizenz hergestellt werden. Natürlich bot auch der Shop noch reichlich Gelegenheit, sich einen Wunsch zu erfüllen.
    Nach dem Besuch der „pump“-Microbrewery im Zentrum, mit Mittagessen in der zugehörigen Gaststätte, stand dann der Nachmittag und Abend wieder zur freien Verfügung, ebenso der nächste Vormittag (letzter Tag). Bei den vielen Attraktionen, die Singapur bietet, kam nirgends Langeweile auf. Lohnenswert war auf alle Fälle ein Besuch des 165 m hohen Riesenrades, das bei dem herrschenden schönen Wetter eine wunderbare Aussicht während der gut halbstündigen Umrundung in der klimatisierten großen Kabine bot. Imposant die Skyline an der Marina Bay und das brandneue, futuristisch wirkende 200 m hohe Bauwerk, das mit einer riesigen schiffsartigen Dachkonstruktion über drei Hochhäuser alle Blicke auf sich zieht. Mehr als 2500 Hotelzimmer und Luxussuiten darin, Einkaufsmeile, Kongress- und Ballsäle, Theater, Museum und ein großes Casino vervollständigen das neue „Resort Marina Bay Sands“. Der obenauf entstehende riesige Sky Park wird wohl einen phantastischen Ausblick bieten, konnte aber, da die Eröffnung erst Ende des Jahres bevorsteht, leider noch nicht besucht werden (Bilder).
    Eine weitere Attraktion – mit historischem Hintergrund – ist das weitläufige und mit Innenhöfen versehene Raffles-Hotel im Kolonialstil, dessen Besuch sich ebenfalls lohnte. Erwähnenswert sind ebenso noch die neu erbaute Esplanade-Konzerthalle und das Wahrzeichen von Singapur, der wasserspeiende Merlion.
     Am letzten Tag waren nach der Abfahrt vom Hotel zum Flughafen noch einige Besichtigungen vorgesehen, wie zuerst der Botanische Garten mit seinen tropischen Gewächsen, vor allem Orchideen. Anschließend bezauberte uns „Little India“ und in der China Town herrschte das bekannte geschäftige Treiben. Auf dem Weg zum Flughafen konnten wir doch noch überraschend kurz die „Tawandang-Microbrewery“ besuchen, wo wir leider nur in aller Eile, da die Zeit drängte, das sehr gute Bier verkosten konnten.
    Rückblickend kann gesagt werden, dass diese Reise in jeder Hinsicht erfolgreich verlaufen ist. Die Hotels, guter bis sehr guter Standard, meist auch zentral gelegen, entsprachen voll den Erwartungen. Das Wetter, von einem Gewitter und einem kurzen Regen abgesehen, war sonst prima und die Wärme, dank Klimaanlagen - auch im Bus - erträglich. Schließlich sind noch die Sammler voll auf ihre Kosten gekommen, sowohl in den besuchten Brauereien als auch in verschiedenen Lokalen.
 

Fotos: Johannes Reibnitz